Zelltherapie

Was ist Zelltherapie?

Krebserkrankungen sind nach den kardiologischen Erkrankungen die häufigste Todesursache. Die derzeitige Behandlung bösartiger Erkrankungen basiert auf der Kombination von Operation, Chemo- und Strahlentherapie. Diese Methoden bringen eine Reihe von Nachteilen mit sich: starke Nebenwirkungen sind die Regel, die Kosten sind sehr hoch und die Erfolgsaussichten sind abhängig vom Stadium der Erkrankung zumeist nicht zufrieden stellend. Daher entwickelt sich derzeit die Zelltherapie als 4. Arm der Krebsbekämpfung.

Krebs entsteht, wenn es den Krebszellen gelingt das Immunsystem so zu täuschen, dass es zu keiner ausreichenden Bekämpfung der Krebszellen durch die eigenen Immunzellen kommt. Eine klassische Therapie ist daher nur dann erfolgreich, wenn das Immunsystem diese Funktion nach Operation sowie Chemo- bzw. Strahlentherapie wieder übernimmt. Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft sind die Hauptvermittler dieser Immunabwehr die dendritischen Zellen, die das Immunsystem stimulieren und den Tumor zerstören.

Die Therapie mit dendritischen Zellen erfolgt, indem dendritische Zellen außerhalb des Körpers gezüchtet und „zurückgeimpft“ werden und so die Abwehrreaktion des Körpers wieder aktivieren. So wird das körpereigene Abwehrsystem zur Beseitigung des Krebses herangezogen. Die Wirkung der Behandlung ist meistens ohne unangenehme Begleiterscheinungen, in seltenen Fälle kann es zu grippeähnlichen Beschwerden und erhöhter Temperatur kommen. Diese Symptome sind nach 48 bis 72 Stunden wieder vorbei. Durch die Behandlung besteht die Hoffnung, das Immunsystem so zu aktivieren, dass der Körper die Chance erhält Krebszellen selbst zu vernichten.

Wen betrifft Zelltherapie?

Die Zelltherapie wird vor allem für Patienten mit bösartigen Tumoren angeboten. Nach neusten Erkenntnissen wird auch angedacht, die Zelltherapie bei Hochrisikopatienten mit familiärer Vorbelastung prophylaktisch anzuwenden.

Was ist im Vorfeld abzuklären?

Vor der Zellgewinnung sind routinemäßige Blutuntersuchungen notwendig, diese umfassen das Bestimmen des Differentialblutbildes, der Blutgruppe bzw. gewisse infektionsserologische Befunde (Hepatitis B und C, Lues, HIV-Test) sowie Gerinnungsparameter

Wie läuft die Therapie ab?

Der Ablauf der Therapie besteht aus folgenden Schritten:

  • Erstgespräch mit dem behandelnden Arzt und Bestimmung der Laborwerte
  • Zellgewinnung
  • Herstellung von dendritischen Zellen im Labor
  • Verabreichung der Impfungen

Der Ablauf im Detail

Startpunkt der Therapie ist die Gewinnung dendritischer Vorläuferzellen aus dem peripheren Blut. Dies erfolgt mittels eines speziellen Zellsammelgerätes (Zellseparator). Die Technik der automatischen Zellsammlung mittels Zellseparatoren ist ein etabliertes medizinisches Verfahren und wird weltweit zur Gewinnung spezifischer Blutbestandteile eingesetzt. Die Zellsammlung erfolgt in Wien in der onkologischen Praxisklinik Medvital (in 1050 Wien).

Zur Sammlung wird mittels einer Kanüle Blut über eine Vene am Arm entnommen und in einen Zellseparator geleitet. Dort wird das Blut durch Zentrifugation aufgetrennt und die mononukleären Zellen gesammelt, alle anderen Blutbestandteile werden über eine Vene des anderen Armes zurückgeleitet. Bei schlechten Venenverhältnissen wird die Zellsammlung über einen zentralen Venenkatheter durchgeführt.

Aus Komfortgründen liegt der Patient während der eigentlichen Zellsammlung im Bett. Die Zellsammlung wird kontinuierlich medizinisch als auch von einem speziell ausgebildeten Operator überwacht. Die Zellentnahme erfolgt ambulant. Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand führt auch eine mehrmalige Durchführung der automatischen Zellsammlung zu keiner mittel- oder langfristigen Beeinflussung des Gesundheitszustandes. Als kurzfristige Begleiterscheinungen der Zellsammlung sind bekannt: Erniedrigung des Blutdruckes, in seltenen Fällen Symptome eines Kalziummangels, Auftreten von Blutergüssen und selten Infektionen im Bereich der Einstichstellen und Müdigkeit.

Die Zellsammlung dauert zwischen drei und maximal sechs Stunden. Im Regelfall werden bei der einmaligen, automatischen Zellgewinnung ausreichend Zellen gewonnen, um einen therapeutischen Zyklus bestehend aus drei bis neun Behandlungen durchführen zu können.

Anschließend werden die Zellen in ein Speziallabor in Krems transportiert, wo dendritische Zellen hergestellt werden (Dauer: ca. vier bis sechs Wochen) und zur Impfung verarbeitet werden. Diese Aufbereitung erfolgt in einem für die Zelltherapie autorisierten GMP-Labor, daher entsprechen die hier angebotenen Impfungen den selben Anforderungen (bzgl. Reinheit der Stoffe etc.) wie jedes andere pharmazeutische Produkt.

Die Impfungen werden in Ampullen tiefgefroren. Vor der Applikation wird die Zellsuspension in der Ampulle aufgetaut. Die Impfung erfolgt in der Nähe eines tumornahen Lymphknotens. Die ersten sechs Impfungen erfolgen beim behandelnden Arzt in wöchentlichen Abständen. Nach einer Pause von zwei Monaten werden die restlichen zwei bis vier Impfungen erneut wöchentlich verabreicht. Nach der Verabreichung der dendritischen Zellen in Form einer Injektion können Nebenerscheinungen eines grippalen Infektes auftreten.

Wie viel kostet die Therapie?

Derzeit bezahlen die österreichischen Krankenkassen die Zelltherapie nicht. Die Herstellung der Impfungen ist sehr aufwändig und erfolgt in hochtechnisierten Labors. Daraus ergeben sich entsprechend hohe Produktionskosten, die direkt an die Patienten weitergegeben werden.

Die Preise setzen sich wie folgt zusammen:

LeistungBruttobetrag (inkl. 20% USt. )
Leukapharese inkl.1ste Impfungdie Preise werden derzeit neu kalkuliert!!
2te - 5te Impfung
 
Jede weitere Impfung 

Zuzüglich Honorar für ärztliche Betreuung und Verabreichung der Impfungen lt Vereinbarung.

Die Transportkosten innerhalb Wiens sind inkludiert, für eine Behandlung außerhalb Wiens sind auch die Transportkosten von den Patienten zu tragen.

Wie komme ich zu einer Therapie?

Falls Sie sich für eine Therapie interessieren, sollten sie zunächst Kontakt zu uns aufnehmen und mit uns ein Erstgespräch ausmachen. Im Zuge dieses Gesprächs können Sie dann entscheiden, ob Sie eine Zelltherapie in Anspruch nehmen wollen